WVV überzeugt mit Platz 4 beim U16-Bundespokal
- Nur wenige Punkte fehlen dem WVV-Kader zum Einzug ins Finale -
Mit großer Vorfreude reiste der männliche WVV-Kader am 28.05. nach Dresden zum U16-Bundespokal 2026. Die 14 Spieler aus acht Vereinen Nordrhein-Westfalens hatten sich seit der Kadernominierung am 03.10.25 in zahlreichen Lehrgängen, Talenttrainingseinheiten und Spieltagen intensiv auf diesen Zielwettkampf vorbereitet.
Erstmals nahmen in der Altersklasse U16 alle 16 Landesverbände gemeinsam am Bundespokal teil und kämpften um den Titel. Gleichzeitig bot das Turnier den besten Nachwuchsspielern Deutschlands die Möglichkeit, sich vor den anwesenden Bundestrainern im Hallen- und Beachvolleyball für zukünftige Aufgaben in den Jugend-Nationalmannschaften zu empfehlen.
Bei der Diagnostik am Donnerstagabend mit Athletiktests und anthropometrischen Messungen setzte der WVV-Kader direkt ein Ausrufezeichen: Mit dem drittbesten Talentscore aller Landesverbände bestätigten die NRW-Talente die erfolgreiche Vorbereitung und die intensive Arbeit im Kraft- und Athletiktraining der vergangenen Monate.
Der erste Turniertag begann für den WVV-Kader bereits um 5:45 Uhr mit der Aktivierung vor dem Frühstück. In der Gruppenphase warteten mit dem Nordwestdeutschen Volleyball-Verband (NWVV), dem Nordbadischen Volleyball-Verband (NVV) und dem Brandenburgischen Volleyball-Verband (BbVV) drei anspruchsvolle Gegner. Da nur die Erst- und Zweitplatzierten der Vierergruppen ins Viertelfinale einziehen, kam dem Auftaktspiel gegen den vermeintlich stärksten Gegner der Gruppe eine entscheidende Bedeutung zu.
Am Freitagmorgen um 9:00 Uhr erwischte der WVV einen hervorragenden Start ins Turnier und setzte sich mit einer konzentrierten und eingespielten Leistung gegen den NWVV souverän mit 2:0 (25:12, 25:19) durch. Besonders der hohe Aufschlagdruck bereitete dem Gegner große Probleme. Erstmals war beim Bundespokal der Topspin-Aufschlag für alle Teams verpflichtend – eine Vorgabe des DVV, die die WVV-Spieler von Beginn an hervorragend umsetzten.
Auch im zweiten Gruppenspiel gegen den NVV knüpfte die Mannschaft nahtlos an den erfolgreichen Turnierstart an. Mit einem kontrollierten Spielaufbau und konsequentem Auftreten gelang ein weiterer klarer 2:0-Erfolg (25:14, 25:16).
Im abschließenden Gruppenspiel gegen den BbVV machte der WVV schließlich den Gruppensieg perfekt. Nach einem deutlichen ersten Satz (25:14) entwickelte sich der zweite Durchgang zu einem echten Krimi. Mehrere Satzbälle mussten abgewehrt werden, doch die Mannschaft bewahrte in der Crunchtime die Nerven und entschied den Satz mit 33:31 für sich. Dabei wurden die Stärken des Teams besonders deutlich: großer Teamzusammenhalt, gegenseitiges Vertrauen und der Glaube an die eigenen Stärken.
Mit drei Siegen, 6:0 Sätzen und dem souveränen Gruppensieg sicherte sich der WVV den direkten Einzug ins Viertelfinale. Besonders erfreulich: Bereits am ersten Turniertag kamen alle 14 Spieler zum Einsatz und leisteten ihren Beitrag zum erfolgreichen Auftakt. So sammelten alle wichtige Spielpraxis und waren bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die große Kaderbreite zahlte sich im weiteren Turnierverlauf aus, da alle Wechseloptionen jederzeit zuverlässig funktionierten. In der Teambesprechung am Abend wurden die Highlights des Tages gesammelt und die zahlreichen Eindrücke reflektiert. Mit viel Selbstvertrauen aus drei Siegen richtete sich der Fokus bereits auf das Viertelfinale.
Am Samstag traf der WVV im Viertelfinale um 10:30 Uhr auf den Volleyball-Verband Berlin (VVB), den Zweitplatzierten der Gruppe G. Der WVV-Kader knüpfte nahtlos an die starken Leistungen der Vorrunde an, zeigte auch in der ersten K.-o.-Runde von Beginn an eine konzentrierte Leistung und sicherte sich den ersten Satz mit 25:19. Im zweiten Durchgang entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der Berlin mehrfach kurz vor dem Satzausgleich stand. Doch wie bereits in der Vorrunde bewies der WVV große Nervenstärke, wehrte mehrere Berliner Satzbälle ab und drehte den Satz nach zwischenzeitlichen Rückständen noch zum 30:28. Mit dem 2:0-Erfolg sicherte sich die Mannschaft verdient den Einzug ins Halbfinale.
Dort wartete mit dem gastgebenden Sächsischen Volleyball-Verband (SSVB) einer der Turnierfavoriten. Der Start in die Partie verlief aus WVV-Sicht zunächst nicht nach Plan. Früh geriet das Team in Rückstand und musste mit 19:25 den ersten Satzverlust des Turniers hinnehmen. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Angeführt von Kapitän Bastian Seemann zeigte die Mannschaft eine beeindruckende Reaktion. Mit großem Kampfgeist, mutigen Angriffslösungen und unermüdlichem Einsatz kämpfte sich der WVV zurück ins Spiel und glich durch ein verdientes 25:21 nach Sätzen aus. Auch im entscheidenden dritten Satz begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Mit einer 8:4-Führung zum Seitenwechsel schien der Finaleinzug für den WVV zum Greifen nah. Doch die Sachsen steigerten sich in der Schlussphase noch einmal, zeigten ihre beste Turnierleistung und drehten die Partie. Am Ende musste sich der WVV denkbar knapp mit 11:15 geschlagen geben.
Die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff war entsprechend groß. Nach einer herausragenden kämpferischen Leistung und einem Halbfinale auf höchstem Niveau fehlten dem WVV nur wenige Punkte zum Einzug ins Finale.
Am Sonntagmorgen schloss sich für den WVV-Kader der Kreis des Bundespokals. Wie bereits zum Turnierauftakt wartete um 9:00 Uhr erneut der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband auf der anderen Netzseite – diesmal im Spiel um Platz drei. Nach der bitteren Halbfinalniederlage vom Vorabend fiel es der Mannschaft schwer, die Enttäuschung vollständig abzuschütteln und noch einmal an die Leistungen der vergangenen Turniertage anzuknüpfen. In einer emotionalen Partie kämpfte der WVV bis zum Schluss um einen erfolgreichen Turnierabschluss, musste sich dem NWVV jedoch mit 0:2 (21:25, 11:25) geschlagen geben. Damit blieb die erhoffte Belohnung für den den Einsatz über das gesamte Wochenende hinweg leider aus.
Trotzdem überwiegt rückblickend das Positive. „Alle Spieler können stolz auf ihre Leistungen sein und haben über das gesamte Turnier hinweg einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Erfahrungen, die wir in Dresden gesammelt haben, werden uns helfen, weiter zu lernen um als Team und individuell noch stärker zu werden“, fasste Landestrainerin Julia Van den Berghen das Wochenende zusammen.
Mit dem Bundespokal endet zwar der erste Abschnitt der gemeinsamen WVV-Kaderzeit, die Reise ist jedoch noch lange nicht vorbei. Die Entwicklung der vergangenen Monate hat gezeigt, welches Potenzial in diesen Jahrgängen steckt. Der nächste Zielwettkampf für den Jahrgang 2011/2012 wartet im Oktober 2027 mit dem U18-Bundespokal. Bis dahin gilt es, weiter hart zu arbeiten, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Erfahrungen aus Dresden als Motivation für die kommenden Aufgaben zu nutzen.
Ein besonderer Dank gilt den Vereinen und Heimtrainer*innen für die engagierte Arbeit und die enge Zusammenarbeit in der Entwicklung der Athleten. Ebenso bedanken wir uns bei allen Eltern und Familien, die die Spieler auf ihrem sportlichen Weg unterstützen und begleiten.
Für den WVV-Kader spielten:
Bastian Seemann, Jonas Dalquen, Til Piskun, Emil Reckermann (alle Solingen Volleys), Juri Fisser, Fiete Lehmbrock (beide TuB Bocholt), Jonah Heinze, Linus Krause (beide TPSV Bielefeld), Johann Kölmel (FCJ Köln), Moritz Marzahn, Julius Wendt (beide SSF Bonn), Lucas Pieper, (Humann Essen), Philip Pradella (Moerser SC), Ilja Wasiljew (1. VC Minden)
Trainerteam:
Landestrainerin Julia Van den Berghen
Co-Trainerin Carolin Hellman
Co-Trainer Jarik tom Suden
Physiotherapeutin Anna-Carolin Gies